Bilder und Postkarten aus dem GVS-Archiv

Das Archiv des Geschichts­ver­eins Set­te­richs hält eine reich­hal­ti­ge Bil­der- und Post­kar­ten­samm­lung mit Moti­ven aus Alt-Set­te­rich vor. Vie­le die­ser Post­kar­ten erhiel­ten wir von unse­ren Mit­glie­dern  Eli­sa­beth Breu­er und Hein­rich Jae­ger.

Gruß aus Setterich, 1900

Ein beson­ders schö­nes Exem­plar ist die nach­ste­hend abge­bil­de­te Post­kar­te mit einem „Gruß aus Set­te­rich“.  Die­se Litho­gra­phie – eine auf­wen­di­ge Art der Druck­tech­nik – wur­de 1898 vom Ver­lag Neuef­eind aus Lin­nich her­aus­ge­ge­ben und ist mit einem Post­stem­pel vom 10.09.1900 ver­se­hen.

Wir erhiel­ten die­se Kar­te von unse­rem Mit­glied Dr. Ulrich Schrö­der, der lei­der am 27. Dezem­ber 2025 ver­stor­ben ist.

Dr. Schrö­der war vie­le Jah­re als Leh­rer am Gym­na­si­um in Baes­wei­ler tätig und dem his­to­ri­schen Erbe unse­rer Regi­on eng ver­bun­den. Sein beson­de­res Inter­es­se galt der loka­len Geschich­te, die er nicht nur im per­sön­li­chen Aus­tausch, son­dern auch publi­zis­tisch  bewahr­te. Her­vor­zu­he­ben ist sein Buch mit his­to­ri­schen Post­kar­ten, das einen wert­vol­len Bei­trag zur Erin­ne­rungs­kul­tur leis­tet und bis heu­te Ein­bli­cke in das frü­he­re Leben unse­rer Hei­mat ver­mit­telt.

Mit sei­nem Enga­ge­ment, sei­ner Fach­kennt­nis und sei­ner Ver­bun­den­heit zur Orts­ge­schich­te war Dr. Ulrich Schrö­der eine geschätz­te Per­sön­lich­keit in unse­rem Ver­ein. Wir wer­den ihm ein ehren­des Andenken bewah­ren.

Lie­be Net­ta und Libet!

Wir sind 6 1/2 Uhr hier ange­langt und geht noch alles gut.  Schi­cken Sie am Diens­tag mit Ber­tha oder Joseph Goor mei­ne Trom­pe­te mit nebst Noten­hal­ter und Fute­ral (Mund­stück­lein) mit.  Aber zuerst schön put­zen.

Vie­le Grü­ße  Ger­hard und Joseph (und wei­te­re)

Gruß Peter Hent­gen

Auf der Post­kar­te sind fol­gen­de alte Bau­wer­ke aus unse­rem Hei­mat­ort abge­bil­det und beschrie­ben:

Oben links: „Restau­ra­ti­on Wil­helm Schaaf“  – spä­ter Gast­stät­te „Zur Kur­ve“  (heu­te abge­bro­chen; der­zeit erfolgt der Neu­bau eines Dro­ge­rie-Mark­tes)

Oben Mit­te: „Restau­ra­ti­on Tim­mer­manns“ – spä­ter  Gast­stät­te – Hotel Schöne­cker (heu­te abge­bro­chen; es ent­steht ein Neu­bau­pro­jekt mit 69 Wohn- und  3 Gewer­be­ein­hei­ten). Sie­he hier­zu auch den Bericht aus der Aache­ner Zei­tung, Städ­te­re­gi­on Aachen, vom 28. Janu­ar 2026, Sei­te 37: Burg­park-Kar­ree schon im Som­mer fer­tig.

Oben rechts: Burg Set­te­rich – heu­te Wohn- und Pfle­ge­heim „Maria-Hilf“, Burg Set­te­rich

Mit­te links:  Die Abbil­dung zeigt eine  „Dampf-Walz-Müh­le“ der Fa. Voll­rath und Hoff­mann auf „Pelt­zers Wie­se“. Der Betrieb die­ser Müh­le wur­de im Jahr 1909 ein­ge­stellt. 

Der Hof, die Wie­se und der Gar­ten der Fami­lie Pelt­zer – in unmit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft zur Burg gele­gen (des­halb auch häu­fig „Burg­wie­se genannt“), gehör­te zum Wirt­schafts­be­trieb der Fami­lie Pelt­zer, die dort die­se Müh­le und einen Hof bewirt­schaf­te­ten. 

Die unver­hei­ra­te­ten Geschwis­ter Augus­te („Tant‘Justa“) und The­re­se („Tant‘Trees) Pelt­zer führ­ten den Hof bis zum Ende des zwei­ten Welt­kriegs.

Unten links:  Die Abbil­dung zeigt die his­to­ri­sche Set­te­ri­cher Ele­men­tar­schu­le (Grund­schu­le) und die neu­go­ti­sche Hal­len­kir­che der Pfar­re St. Andre­as. Die bei­den an der Haupt­stra­ße gele­ge­nen Gebäu­de wur­den im zwei­ten Welt­krieg – und zwar am 10.11.1944 – zer­stört. 

Unter­rich­tet wur­de zu die­sem Zeit­punkt aber nicht mehr in die­sem Gebäu­de, son­dern in der katho­li­schen Volks­schu­le St. Andre­as, die 1911 am jet­zi­gen Stand­ort an der Bahn­stra­ße errich­tet wur­de. 

Am ehe­ma­li­gen Stand­ort der Sekun­dar­schu­le befin­det sich heu­te der Trep­pen­auf­gang zum alten Fried­hof und zu der Mahn­ka­pel­le, die 1984 als Gedenk­stät­te für die Kriegs­to­ten der Gemein­de Set­te­rich aus dem Ers­ten und Zwei­ten Welt­krieg errich­tet wur­de. 

Bei den Kriegs­hand­lun­gen um Set­te­rich wur­de der Kirch­turm der alten Set­te­ri­cher Kir­che als Beob­ach­tungs­pos­ten genutzt. Der Turm wur­de mehr­fach getrof­fen, stürz­te ein und mit das gesam­te Kir­chen­schiff. Es ver­blieb eine Rui­ne.

An der Stel­le der zer­stör­ten Kir­che wur­de eine neue Kir­che errich­tet. Die neue Pfarr­kir­che St. Andre­as konn­te am 30. Sep­tem­ber bzw. 1. Okto­ber 1961 durch Bischof Johan­nes Pohl­schnei­der fei­er­lich ein­ge­weiht wer­den. 

Heinz Röm­gens

Karneval 1950 in Setterich

Kar­ne­val 1950 in Set­te­rich auf der Schmied­stras­se

Auch wenn Set­te­rich unter den Fol­gen des unse­li­gen II. Welt­krie­ges zu lei­den hat­te, waren bald wie­der Män­ner zur Stel­le, die in der schwe­ren Nach­kriegs­zeit der Bevöl­ke­rung durch Freu­de und Froh­sinn ein wenig Ablen­kung von den drü­cken­den All­tags­sor­gen ver­schaf­fen woll­ten.  Wie dank­bar die­ses Bemü­hen auf­ge­nom­men wur­de, bewies der Besuch der ers­ten Nach­kriegs­sit­zung der Kar­ne­vals­ge­sell­schaft Set­te­rich Alaaf am Sonn­tag vor Kar­ne­val 1947 im Lokal Schlös­ser.  Die gut ver­lau­fe­ne Sit­zung gab den Akti­ven der KG enor­men Auf­trieb.  In der Ses­si­on 1948/49 konn­te im wie­der­her­ge­stell­ten Bahn­hofs­saal  (heu­te Saal Wer­den) schon eine gro­ße Gala­sit­zung vom Sta­pel lau­fen.  Die ers­te Set­te­ri­cher Damen-Tanz­grup­pe ern­te­te hier gro­ßen Bei­fall.  Auch in vie­len Orten der Umge­bung war die KG ein gern gese­he­ner Gast.

Wie auf dem Bild zu sehen ist, zog 1950 der ers­te Rosen­mon­tags­zug durch die Stra­ßen Set­te­richs.  Auf dem Wagen die „Jecken“ Hubert Schaaf und Anton Stein­busch.  Vor dem Wagen von links Johan­nes Kör­ver und Hein­rich Ges­sen.